»Die reine Lust am Spiel«

von Ingeborg Anderson – Aichacher Nachrichten

ALFA

Bobingen Selten kann man so viel Enthusiasmus beim Musizieren erleben wie beim Ortner-Roberts-Duo und es verwundert nicht, dass der Funke der Begeisterung augenblicklich auf das Publikum übersprang. Mit der Verpflichtung von Susanne Ortner-Roberts und Tom Roberts hatte das Kulturamt der Stadt seiner Jazzreihe ein weiteres Glanzlicht hinzugefügt.

Das Duo lud die etwa sechzig Jazzfans in der Singoldhalle ein zu einem „Trip to America“ - zu einer ungewöhnlichen Reise in eine spezielle Musikszene Amerikas in den 1920ern: zur traditionellen Festtagsmusik der osteuropäischen Juden und zum akrobatischen Klavierstil des Harlem Stride aus der Frühzeit des Jazz sowie des Calypso. In den Erläuterungen zu ihrem Spiel erwiesen sich beide als profunde Kenner dieser musikalischen Richtungen.

Zwei Ausnahme-Musiker
Gemeinsam unternehmen sie spannende Entdeckungsreisen durch die Archive, sammeln historische Schellackplatten und fördern Schätze zutage, die sie mit ihrer Musik zu neuem Leben erwecken oder die sie zu eigenen neuen Stücken inspirieren. Das Ergebnis ist die Fusion des jiddischen Klezmer und der Creole-Musik der Südstaaten. Diesen Wurzeln verleihen die beiden Ausnahme-Musiker ihren ganz eigenen Ausdruck. Susanne Ortner, bekannt durch die Klezmer-Formation „Sing Your Soul“, beeindruckte mit schier unglaublicher Klangzauberei auf der Klarinette, ihr Mann Tom Roberts stand ihr an Virtuosität am Flügel in nichts nach.

So wurde der „Trip to America“ zu einer atemberaubenden, spannenden und virtuos präsentierten musikalischen Zeitreise. Entsprechend begeistert fiel auch der Applaus des Konzertpublikums aus.