Vom Traum, mit dem Koffer nach New York zu gehen

03.02.2011

Von Vanessa Duldner

Susanne Ortner-Roberts war früher Schülerin an der Schule Maria Stern.

Göggingen. Nicht nur im Sport herrscht bei Heimspielen besonders gute Stimmung, sondern auch in der Musik: Deswegen wurde der Klarinettistin Susanne Ortner-Roberts als ehemalige Maria-Stern-Schülerin, und ihrem Mann, Pianist Tom Roberts, beim Konzert im Schulbis-tro von Maria Stern ein ausnehmend herzlicher Empfang durch die Realschülerinnen der achten bis zehnten Klassen beschieden.

Neuer Zugang zur Musik

Nicht zuletzt gewann das Paar das junge Publikum aber auch mit ihrem virtuos und lebendig gespielten Mix aus Jazz und Klezmer für sich. Selbst die eingeläutete Pause ignorierten die Schülerinnen, um dem Ortner-Roberts-Duo zu lauschen. Die Absicht von Musiklehrerin Isabella Dorner, den Mädchen über CDs und den regulären Unterricht hinaus einen Zugang zur Musik zu vermitteln, ist somit mehr als gelungen.

Für Susanne Ortner-Roberts, die mittlerweile im amerikanischen Pittsburgh lebt, aber in Augsburg dennoch als Solistin und Künstlerin des Quartetts „Sing Your Soul“ bekannt ist, bedeutete der Auftritt ebenfalls eine große Freude und Ehre.

„Die Zeit am Maria Stern habe ich als sehr schön und intensiv empfunden. Hier konnte sich jede Schülerin in ihrer Individualität austoben.“ In Erinnerung ist ihr vor allem die treffende Einschätzung ihrer Person vonseiten der ehemaligen Schulleiterin Schwester Beda geblieben: „Sie hat meine Künstlerseele erkannt und gewusst, dass ich als Beamtin nicht glücklich werden kann“, so Susanne Ortner-Roberts, die ihre Anstellung als Realschullehrerin nach drei Jahren zugunsten der Musik an den Nagel hängte.

Finanzielle Unsicherheiten nimmt man als Künstler in Kauf

Zwar bedeute das Künstlerleben für sie und ihren Mann mitunter finanzielle Unsicherheit, aber für ein von Musik erfülltes Leben nimmt das Ortner-Roberts-Duo, das sich bei einem Auftritt in Pittsburgh kennenlernte, dies gerne in Kauf.

Mit einem verschmitzten Lächeln plaudert die Ehemalige, die eine klassische Ausbildung am ehemaligen Leopold-Mozart-Konservatorium absolvierte und an der Universität Augsburg Deutsch und Musik auf Lehramt studierte, aus dem Nähkästchen: Als Sternschülerin habe sie vor ihrer Abiturprüfung in Deutsch unbemerkt ihren Ordner auf der Toilette versteckt.

Das tun, was man von ganzem Herzen liebt

Glücklicherweise sei ihr Versuch zu spicken nicht aufgeflogen. Abgesehen davon, habe sie sich aber stets vorbildlich verhalten, im Kammerorchester engagiert und immer den Traum gehabt, eines Tages mit dem Musikkoffer nach New York zu gehen. Den Rat, den eigenen Träumen zu folgen, gibt sie auch an ihre begeistert applaudierenden Zuhörerinnen weiter: „Ihr müsst das tun, was ihr von ganzem Herzen liebt.“